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Mittwoch, 27. Juli 2016

[REZENSION] DAS GLÜCK DER HANDGEMACHTEN DINGE VON MARINA BOOS

30508205
Quelle: goodreads.com


Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2016
Seiten: 336
Preis: 12,99 € 

ISBN:
978-3-426-51719-2
Verlag: Knaur (Verlagsgruppe Droemer Knaur)



VERLAGSTEXT
Drei Monate vor ihrem 31. Geburtstag ist die Weltenbummlerin Jule auf der Suche nach den drei Großbuchstaben des Lebens: HLL – Heimat, Liebe, Lebensaufgabe. Um das alles zu finden, zieht sie in das Heimatdorf ihrer Großmutter und übernimmt eine geschlossene Schankwirtschaft. Jule möchte daraus etwas ganz Besonderes machen: ein gemütliches Kreativ-Café. Hier sollen sich alle, die ihrer kreativen Seite mehr Raum geben möchten, treffen und austauschen können. Denn seit sie denken kann, bastelt und backt Jule für ihr Leben gern. Und so hängt sie kleine Anleitungen ins Fenster, Tipps, Rezepte und Ideen rund ums Handarbeiten, Basteln, Kochen und den Garten. Aber nicht alle Dorfbewohner sind von Jules Plänen begeistert. 


JULES WELT #1 




Mich hat der Kreativ-Roman der deutschen Autorin Marina Boos sofort in seinen Bann gezogen. Das Buches ist innen wie außen wunderschön und liebevoll gestaltet - hier steckt verdammt viel Herzblut drin.








Als zusätzliches Goodie gibt es am Ende des Buches einen
umfangreichen Anleitungsteil zum Selbermachen:


Außerdem bietet der Schmöker "Raum" für eigene Entwürfe und Ideen:


Die deutsche Autorin hat eine wundervolle Idee perfekt umgesetzt. Doch was ist eigentlich ein Kreativ-Roman? 
Im Grunde handelt es sich um einen ganz normalen Roman, der sehr viele Rezepte und Ideen enthält. Damit meine ich nicht nur den Anleitungsteil am Ende des Buches, sondern die ganze Story quillt nur so über vor "Kreativität".  


"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"        (Herrmann Hesse)      
Die 30-jährige Jule (Jolanda) lebt mit ihren Freundinnen Cora und Maike in einer WG. Für sie könnte das Leben weiter so dahinplätschern, doch ihre beiden Mädels streichen die Segel und beginnen in der Ferne ein neues Leben. Doch was wird jetzt aus Jule?  

Nach langem Zureden ihrer Freundin Maike, nimmt sie endlich das schon lange bestehende Angebot ihrer Oma an - ein vorzeitig ausgezahltes Erbe - und kauft  eine geschlossene und stark renovierungsbedürftige Schankwirtschaft in dem fiktiven Müggebach, dem Heimatdorf ihrer Großmutter. Obwohl der Vertrag unterzeichnet ist, weiß Jule weiterhin nicht, wie es in ihrem Leben und mit ihrer neu erworbenen Immobilie weitergehen soll. Eine gute Idee muss her... 

Als Leser ist man von Anfang an dabei und begleitet Jule bei den Renovierungsarbeiten. Es wird geschmiergelt, gehämmert und lasiert - immer sehr bildhaft beschrieben und meist auch mit Anleitung zum Nachmachen. Nach und nach wächst in Jules Kopf eine Idee heran, die sie mithilfe neuer Freunde und guter Nachbarn umsetzt. 

Doch auf ihrem Weg sind allerlei Hindernisse zu überwinden, angefangen mit Behördengängen und Dorfbewohnern, die ihr nicht sehr wohlgesonnen sind, denn einen Starbucks möchten sie keinesfalls in ihrem beschaulichen kleinen Dorf. Auch wenn Jule nie vorhatte einen Starbucks zu eröffnen, halten sich die Gerüchte hartnäckig. Sie kommt anfangs nicht dahinter, wer sie am Leben erhält. Es geht also nicht nur kreativ, sondern auch sehr spannend zu. 

Um sich das Lokal in der Renovierungszeit leisten zu können, arbeitet Jule noch als Schreiberling beim "Dorfblättchen". Aber auch hier wird es ihr nicht einfach gemacht, denn die Herausgeberin hat etwas gegen sie. Irgendwas geht hier ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu?!

Wer auf eine Liebesgeschichte hofft, wird am Ende enttäuscht sein. Zwar gibt es "Kabbeleien" mit einem attraktiven Dorfbewohner, doch den Focus hat die Autorin klar auf die Schankwirtschaft und deren Renovierung gerichtet. 

Doch nicht nur Jule werkelt, im gesamten Dorf wird genäht, gestrickt, gekocht und gebacken, Rezepte werden getauscht, Schafswolle wird verarbeitet, Hochbeete werden gebaut und Gemüse wird angebaut. Auch wenn ich selbst nicht sonderlich kreativ bin, zumindest nicht in der Ausführung, habe ich es geliebt in diesem Kreativ-Roman zu schmökern. Eigentlich dachte ich es wird mir irgendwann zu viel, aber dieser Zustand setzte bei mir überraschenderweise nicht ein. Im Gegenteil, ich kann den 2. Teil (s. unten) kaum abwarten. 

Marina Boos hat einen sehr fesselnden Schreibstil und erzählt mit einer Leichtigkeit, die einen geradezu über die Seiten fliegen lässt.

Fazit: Ein durch und durch gelungener Roman, den ich euch sehr ans Herz lege. Aber nicht nur euch, ich habe das Buch jedem gezeigt, der mir über den Weg gelaufen ist. Einige konnte ich sogar dazu animieren es zu lesen und am Ende waren sie ebenso begeistert wie ich. Was will man mehr... :-)



WIE ES WEITERGEHT

Jules Welt #2
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Quelle: Bastei Lübbe

VERLAGSTEXT
In Müggebach stehen mit dem Winter auch neue Probleme für Jule und ihr Café vor der Tür: Die Dorfbewohner halten die »Lindenblüte« noch immer wahlweise für die Starbucks-Hölle oder ein Sammelbecken für schrullige Sonderlinge, Jule wird zum Wahlkampf-Thema und ihre Helfer haben plötzlich allerhand zeitraubende Projekte wie ein drittes Kind, einen Laden für regionale Waren oder die veraltete Dorfbibliothek.
Doch so leicht lässt sich Jule nicht unterkriegen. Und nebenbei bereitet sie mit ihrer Handarbeitsgruppe den Weihnachtsmarkt vor. Es darf also wieder nach Herzenslust (nach-)gebastelt, gekocht und gewerkelt werden!



 
Jules Welt #3
(01. Februar 2018) 
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Quelle: Bastei Lübbe
VERLAGSTEXT
Jule ist in Müggebach heimisch geworden: Ihre Beziehung zu Freund Mika ist glücklich, ihr Kreativ-Café läuft hervorragend, und sie sammelt bereits Ideen für das einjährige Jubiläum. Zusammen mit einem Kindergarten arbeitet sie an einem Gartenprojekt, sie richtet die Übergangswohnung ein, damit sie und Mika bald ihr eigenes Heim haben, und jeden Monat lässt sie sich ein inspirierendes Do-it-yourself-Projekt für ihr Café einfallen. Unter den blühenden Zweigen des Mirabellenbaums im Garten des Kreativ-Cafés ›Lindenblüte‹ werden Seedbombs gebastelt, Windskulpturen angefertigt oder Naschgärten angelegt, und auch das Kochen und Backen kommt in Jules Welt natürlich nicht zu kurz. Als die Architektin Cora, eine von Jules besten Freundinnen aus Studientage, einen Kurzbesuch spontan verlängert, kommt Jule das zunächst wie gerufen – helfende Hände kann sie immer gut brauchen. Bei einer Renovierungsaktion finden die beiden in einem Versteck alte botanische Zeichnungen und Blätter mit gepressten Pflanzen, die mit Initialen versehen sind. Ihre Neugier wird geweckt. Wer mögen W.S. und H.D. nur gewesen sein? Doch noch mehr Fragen treiben Jule um: Warum weigert sich ihre Großmutter Wilhelmine, auch nur einen Fuß in die alte Heimat zu setzen, obwohl sie doch Jule ursprünglich darauf gebracht hat, die „Lindenblüte“ neu zu eröffnen? Und warum findet Cora andererseits immer neue Gründe, Müggebach nicht zu verlassen?
 


DIE AUTORIN
Nadine Marina Boos wurde 1981 in Südwestdeutschland geboren. Unter dem Namen Nadine Boos schreibt sie Science Fiction und Fantasy-Romane und unter Marina Boos Jugendromane und Heiter-Romantische Schmöker. Mit ihrem Mann, dem Science-Fiction-Autor Uwe Post, lebt sie in Wetter (Ruhr). Sie hat Informations- und Wissensmanagement studiert und in verschiednen öffentlichen Bibliotheken als Bibliothekarin gearbeitet. Heute arbeitet sie hauptberuflich als Autorin.

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