Freitag, 22. April 2016

[REZENSION] ARM ABER BIO! MIT WENIG GELD GESUND, ÖKOLOGISCH UND GENUSSVOLL SPEISEN VON ROSA WOLFF


10010461
Quelle: goodreads.com
Broschiert
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2010
Seiten: 228
Preis: 11,95 € 
ISBN:
978-3-9813469-0-9
Verlag: Edition Butterbrot


VERLAGSTEXT
Bio ist gefragter denn je. Doch was, wenn das Geld knapp ist? Ist Naturkost dann unerschwinglich? Rosa Wolff, seit vielen Jahren Food-Journalistin, Kochbuchautorin und Restaurant-Testerin und zur fraglichen Zeit selbst knapp bei Kasse, hat es ausprobiert und einen Monat lang versucht, sich von 4,35 € am Tag ausschließlich mit Bio-Lebensmitteln zu ernähren.




 Ein Selbstversuch | Erfahrungsbericht | Rezepte | Tipps & Infos


Als die freie Journalistin Rosa Wolff im Frühjahr 2009 ihre Existenzgrundlage verliert, startet sie ohne große Ersparnisse oder festes Einkommen ihren Selbstversuch "Arm aber Bio! Mit wenig Geld gesund, ökologisch und genussvoll speisen".

"Die Idee zum Buch ist aus einem persönlichen Engpass heraus entstanden."

Im Mai 2009 versucht sie einen Monat von 4,35 € am Tag- dem damaligen Hartz-IV-Anteil für Lebensmittel - sich nur von Bio-Lebensmitteln zu ernähren. Bis auf eine Ausnahme geht sie ausschließlich in Bio-Supermärkte/Bio-Läden und meidet Discounter. Sie vertritt die Meinung, dass Bio kein Luxus, sondern für jeden Geldbeutel zugänglich sein sollte. Mit diesem Experiment möchte sie ausprobieren, ob es möglich ist, sich von so wenig Geld gesund und ökologisch zu ernähren.


Rosa Wolff hat es sich nicht einfach gemacht. Abwechslungsreich sollte der Speiseplan sein, außerdem nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, was täglich fünf Portionen Obst und Gemüse beeinhaltet. Da es ihr auch nicht darum ging abzunehmen, hat sie natürlich auch darauf geachtet, ihren Kalorienbedarf zu decken.

Jeden Tag macht sie eine Abrechnung - War der Obst- und Gemüseanteil ausreichend? Wurde das Tagesbudget überzogen? Stimmt die Kalorienbilanz?


Um authentisch zu bleiben, hat die Journalistin komplett bei null angefangen. Ihre eigenen Öle, Gewürze und Kräuter hat sie weggepackt, wenn sie zum Essen eingeladen wurde, machte sie eine Gegeneinladung und wenn sie dienstlich unterwegs war, hat sie diesen Tag nachgeholt.


Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben und die Autorin erzählt auch privates, was die ganze "Geschichte" persönlicher gestaltet. Sie selbst musste auch schon oft mit sehr wenig Geld auskommen - als alleinerziehende Mutter und freischaffende Journalistin. Sie weiß also wovon sie redet! 


Sie stellt auch kritische Fragen: Ist es eigentlich möglich an seinem Geburtstag Gäste einzuladen oder sich ein Bier zur Grillwurst zu genehmigen? Ist ein Glas Wein am Abend schon Luxus? Was trinkt man eigentlich, wenn man so knapp bei Kasse ist? Ist auch mal ein frisch gepresster Bio-Saft drin, ein feiner Tee oder reicht es nur dafür, sein Glas unter den Wasserhahn zu halten? Wie kann man umweltbewusstes Denken mit einem schmalen Geldbeutet vereinbaren? Denn oft scheitert es schon daran, das Joghurt im Glas teurer ist als im Plastikbecher.

Am Ende des Buches warten dann noch 58 Seiten - gefüllt mit leckeren Rezepten - auf den Leser und an Leerseiten für eigene Rezeptideen hat die Autorin auch gedacht. Auch ohne große Kochkünste lassen diese sich leicht umsetzen, denn von Rührei, über Gurkensalat und belegete Brote, bis hin zu Apfeltaschen ist alles dabei. Habt ihr gewusst, dass man aus Radieschenblättern "Gebackene Teigtaschen mit Radieschenblätter-Frischkäse-Füllung" machen kann? 

Das Buch ist sehr minimalistisch gestaltet, ohne jegliche Fotos, einzigst die täglichen Zusammenfassungen lockern das Ganz etwas auf. Rosa Wolff hat sich in dieser Zeit sehr intensiv mit der Materie beschäftigt und schreibt in diesem Buch nicht nur über ihren täglichen Speiseplan, sondern stellt Hilfsprojekte vor, schreibt über Siegel und Verbände von Bio-Produkten und äußert sich kritisch darüber, wieviele Lebensmittal Tag für Tag in den Mülltonnen landen. Interessant fand ich auch, dass sie nicht nur den damaligen Tagessatz für Lebensmittel in ihren Versuch miteinbezogen hat, sondern auch ihre Freizeitaktivitäten nach den dafür vorgesehenen Sätzen ausgerichtet hat. Kann  man sein Fahrrad reparieren lassen und wie lange muss man dafür sparen? Wie oft kann man ins Schwimmbad gehen und ist es möglich sich ein Buch zu kaufen?

Ich mag dieses Buch sehr gerne und blättere immer mal wieder darin herum. Es liefert mir immer wieder gute Ideen, vor allem wenn es am Ende des Monats mal wieder knapp wird. 

Außerdem bleibt es spannend: Kann man wirklich mit so wenig Geld auskommen? Wie wird ihre Monatsbilanz aussehen? Wie geht es nach dem Projekt für Rosa Wolff weiter? Was hat sie selbst daraus gelernt?

Aber klar ist und darüber lässt die Journalistin auch keinen Zweifel, es ist wahnsinnig aufwendig mit so wenig Geld nur Bio-Produkte einzukaufen ohne auf den Discounter zurückzugreifen. Außerdem ist es absolut notwendig den Kochlöffel zu schwingen - doch lohnt sich der Aufwand am Ende? Lest selbst - von mir gibt es eine absolute Kauf- und Leseempfehlung für diesen Schmöker.

Fazit: Ein sehr interessantes und inforamatives Buch über den Kauf von Bio-Lebensmitteln mit schmalem Budget. Mir gefällt der Schreibstil der Journalistin und Autorin sehr gut, denn sie schreibt sehr locker, außerdem offen und ehrlich über ihren Alltag, den sie auch ohne große Sprünge machen zu können, sinnvoll und mit Spaß meisterte. Sollte man einen momentanen finanziellen Engpass haben, kommt dieses Buch genau richtig, denn es zeigt echte Lösungen für einen gesunden und abwechslungsreichen Speiseplan auf. Aber natürlich ist es auch für jeden anderen geeignet, denn grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, sparsam mit Lebensmitteln und unseren natürlichen Ressourcen umzugehen - Tiere und Umwelt werden sicherlich davon profitieren. 

  
DAS KOCHBUCH
18216244
Quelle: goodreads.com


VERLAGSTEXT
In ihrem Erfahrungsbericht "Arm aber Bio!" hat Rosa Wolff gezeigt, dass es möglich ist, sich mit sehr wenig Geld ausschließlich von Naturkost zu ernähren. In "Arm aber Bio! Das Kochbuch" finden Sie zahlreiche Rezepte für alle Tages- und Jahreszeiten und für jeden Anlass - immer köstlich und immer äußerst preiswert.


 
 
  
DIE AUTORIN
Rozsika Farkas (Rosa Wolff), freie Journalistin und Autorin, hat einen erwachsenen Sohn und lebt in München. Momentan schreibt sie an einem veganen Kochbuch, dass ganz ohne Hilfe von Ersatzprodukten (z. B. Tofuwurst) auskommen soll.

DER VERLAG
Um ihre Bücher genau so veröffentlichen zu können wie sie es möchte, hat die Autorin einen eigenen Verlag gegründet - Edition Butterbrot. Sie ist die Verlegerin, Autorin, Fotografin, Layouterin, Sekretärin, Vertriebsleiterin, Packerin, Köchin und Zugehfrau.   
Ihr möchtet mehr darüber erfahren? Dann bitte HIER entlang. 

WEITERFÜHRENDE LINKS
HIER geht es zum Interview mit GEO.DE
HIER geht es zum Interview mit  TAZ.DE 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen