Sonntag, 8. November 2015

[INTERVIEW] KATE DAKOTA

Hallo ihr Lieben! Heute hat sich die deutsche Autorin Kate Dakota meinen neugierigen Fragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen des Interviews!


© Privat




Kate Dakota ist das Pseudonym einer deutschen Autorin. Sie ist 1968 in Rheine geboren und hat 2014 ihren ersten Roman "Die Tiefe einer Seele" (Selfpublishing) herausgebracht. 






Du schreibst deine fiktiven Geschichten unter einem Pseudonym. Hat der Name Kate Dakota eine besondere Bedeutung für dich oder hast du dir einfach nur einen schönen Namen ausgedacht?  
KD: Nein, der Name hat keine besondere Bedeutung. Unter dem Nicknamen »Kate« hatte ich bereits einige fiktive Geschichten im Internet veröffentlich, deswegen bin ich einfach dabei geblieben. Auf »Dakota« bin ich in einem Zeitungsartikel gestoßen und dachte, dass das eine gute Ergänzung wäre.

Wie gehst du mit negativer Kritik um? Liest du regelmäßig die Rezensionen zu deinen Büchern? 

KD: Klar ist eine negative Kritik nicht einfach für mich. Aber wenn sie berechtigt ist, erwünsche ich sie sogar. Und natürlich lese ich alle Rezensionen zu meinen Büchern, auch die kritischen. Denn nur dadurch weiß ich, wo ich mich noch verbessern kann. Mittlerweile ist mir allerdings klargeworden, dass ich es niemals schaffen werde, meine Leser gleichermaßen zufrieden zu stellen. Dafür sind die Geschmäcker einfach zu verschieden, was aber auch gut so ist.

Woher nimmst du deine Ideen und gibt es reale Vorbilder für deine Figuren? 

KD: Die Ideen kommen von alleine, wenn man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht. Wie sagt man so schön, die besten Geschichten schreibt das Leben selbst. Was die Figuren in meinen Büchern betrifft, so verpasse ich ihnen natürlich ab und an im geringen Maße Eigenschaften von Menschen aus meiner Umgebung, aber eine hundertprozentige Kopie gab es bislang noch nie und wird es auch nicht geben.

Welches Buch liest du momentan? 

KD: Momentan lese ich »Grey« von EL James. Die »Shades of Grey«-Trilogie habe ich seinerzeit vehement abgelehnt, habe sie dann aber doch gelesen, um mitreden zu können. Ich mochte die Liebesgeschichte hinter all dem perversen Kram, deswegen kamen die Bücher bei mir besser weg als gedacht. Nun konnte ich natürlich nicht widerstehen, die Geschichte aus einer anderen Perspektive zu lesen. Was mich positiv überrascht bei dem aktuellen Buch, ist der deutlich verbesserte Schreibstil der Autorin.  Das ist schon auffällig. 


Wenn du nur eins auswählen dürftest, welches Buch würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?  
KD: Es wäre »Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt«. In diesem Buch befragt Giovanni di Lorenzo den Altkanzler Helmut Schmidt in Kurzinterviews zu vielen verschiedenen Themen. Ich mag beide Männer sehr gerne, besonders aber faszinieren mich die Lebensweisheit und der trockene Humor von Helmut Schmidt. Lebensweisheit und Humor, ich denke, das kann man auf einer einsamen Insel gut gebrauchen.

Schreibst du hauptberuflich? 

KD: Nein. Im Hauptberuf bin ich Chemielaborantin und arbeite in einem Kraftwerk.

Gibt es eine bestimmte Tageszeit, an der du am liebsten schreibst? 

KD: Das ist völlig unterschiedlich. Je nachdem, wie ich Zeit habe, aber vor allem, ob die Ideen sprießen.

Du hast von 1995 bis 1997 ein Autorenstudium an der Fernuniversität in Hamburg absolviert. Hast du schon während des Studiums mit dem Schreiben eines Romans begonnen? Inwiefern hat es dich in deiner Art zu schreiben beeinflusst? 

KD: Ich habe vor, während und nach dem Studium immer mal wieder einen Roman begonnen. Aber auch immer wieder abgebrochen, weil ich einfach glaubte, dass das nicht gut genug ist, was ich da fabriziere. Außerdem war ich damals noch der Meinung, ich müsste den kompletten Roman von vorne bis hinten durchplanen. So arbeite ich heute nicht mehr. Ich habe eine Idee, ich weiß, wie Anfang und Ende aussehen sollen, alles was dazwischen passiert, lasse ich »geschehen« und bin somit selbst jedes Mal gespannt, was meine Fantasie da so ausbrütet.
Mit dieser Vorgehensweise bin ich bislang sehr gut gefahren, und ich werde es weiter so praktizieren. Ob das Studium meine Art des Schreibens beeinflusst hat? Sicher, denn Schreiben ist ein Handwerk und will erlernt sein, wobei ich aber auch denke, dass der Autor sich seine künstlerische Freiheit unbedingt bewahren soll und sich nicht strikt an jede Regel halten muss.

Du schreibst momentan an einem neuen Roman und an einem Weihnachtsspecial. Möchtest du kurz etwas dazu sagen? 

KD: Ja, gerne. Vielleicht erst zu dem Weihnachtsspecial, denn das ist so gut wie fertig. Eigentlich sollte es eine Kurzgeschichte werde, eine kleine Zugabe zur Prescott-Saga, weil sich deren Fans das so gewünscht haben. Nun ist die Story doch etwas umfangreicher geworden, das Taschenbuch wird etwa zweihundert Seiten haben. Da die Geschichte auch ohne Vorkenntnis der Prescott-Saga lesbar ist, werde ich es als eigenständiges Buch mit dem Titel »Für ein einziges Lächeln«, und nicht als eine Fortsetzung veröffentlichen. Für die bisherigen Fans wird es aber trotzdem die erhoffte Zugabe sein, für neue Leser vielleicht ein Anreiz, die Familie Prescott besser kennenlernen zu wollen.
Wenn dieses Buch raus ist, geht es weiter mit den Arbeiten an meinem neuen Roman. Einige Kapitel sind schon geschrieben, worüber ich sehr erleichtert bin, denn der Einstieg in eine Geschichte ist für mich immer das Schwerste. Der Arbeitstitel  des Romans lautet »Heile mich!«, aber ich weiß noch nicht, ob ich den später wirklich übernehme. Kommt ganz darauf an, wie sich die Story entwickeln wird.

In welchem konventionellen Verlag würdest du dein nächstes Buch am liebsten veröffentlicht sehen? Wo würde es am besten hineinpassen? 

KD: Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich schreibe ja sehr breitbandig, daher ist es das schwer zu sagen. Für den neuen Roman, der aber vermutlich nicht vor dem nächsten Frühjahr fertig sein wird, möchte ich versuchen, einen Verlag zu finden. Einfach wird das nicht werden, das ist mir bewusst. Es gibt einfach zu viele Autoren. Übrigens auch etwas, was ich im Vorfeld nie gedacht hätte.

Du hast deine bisherigen Bücher selbst veröffentlicht. Davor habe ich allergrößten Respekt. Hast du alles im Alleingang gemacht - Cover, Korrektur, Werbung? 

KD: Die ursprüngliches Cover der Prescott-Saga hat eine Freundin für mich entworfen, besser gesagt gezeichnet. Ich mochte sie sehr, aber es hat sich gezeigt, dass sie unglaublich polarisierten. Viele meinten, sie wären nicht »Mainstream« genug und würden eher abschrecken, als anlocken. Da ich selbst überhaupt keine Cover-Käuferin bin, verstehe ich das zwar nicht, dennoch habe ich mich schweren Herzens entschlossen, die Cover zu ändern. Das habe ich dann selbst gemacht, wie ich auch die Cover des Gedichtbandes, des Krimis und des Specials selbst entworfen habe.
Was die Korrektur betrifft, so habe ich bei zwei meiner Bücher (Band 3 und 4 der Saga) ein professionelles Lektorat bemüht. Bei den anderen Büchern habe ich das anders gehandhabt. Man sollte wenn möglich, jemand anders auf das Geschriebene schauen lassen, denn seine eigenen Fehler sieht man nur selten.
Was war noch? Ach ja, die Werbung! Ja, auch das mache ich eigenverantwortlich. Internetseite, Auftritt bei Facebook, Twitter, das volle Programm. Aber es ist schwierig. So habe ich zum Beispiel im letzten Sommer über hundert verschiedene Bloggerinnen und Blogger mit der Bitte um Buchbesprechung angeschrieben, von denen neunzig Prozent nicht mal geantwortet haben. Du zum Glück schon und dafür danke ich dir auch von Herzen. Ich denke, mit dem leidigen Thema »Werbung« hat jeder Selfpublisher zu kämpfen. Fühlt sich an, als stünde man vor einem Berg und weiß nicht, wie man ihn überqueren soll. Das wäre sicherlich bei der Zusammenarbeit mit einem Verlag anders, dafür muss man aber auch ein gutes Stück Selbstbestimmung aufgeben.

Du hast auch einen Gedichtband herausgebracht. Wie schwer ist es, seine Gefühle in eine bestimmte Form zu "pressen"? 

KD: »Pressen« darf man sie natürlich nicht. Das würde ja gequält wirken. Gedichte müssen für mich etwas »Singendes« haben. Frei von der Seele weg, sozusagen! Sie zu schreiben ist mir überwiegend leicht gefallen. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und trage zudem auch noch das Herz auf der Zunge. Wenn man darüber hinaus wenig Probleme mit dem Reimen hat, dann läuft es wie von alleine. Dennoch war dieser Abstecher in das Genre Poesie eine Ausnahme, es wird keine weiteren Gedichtbände von mir geben. 


Deine Bücher gehen wahrscheinlich hauptsächlich digital über den "Ladentisch"?! Was bevorzugst du beim Lesen - gedruckt oder digital?  
KD: Ich selbst habe lange Zeit die Benutzung eines Ebook-Readers kategorisch abgelehnt. Dann aber habe ich vor drei Jahren einen zu Weihnachten geschenkt bekommen und seither ist er ein treuer Begleiter. Tatsächlich lese ich heute die meisten Bücher digital, auch wenn ich ab und an noch mal gerne ein richtiges Buch zu Hand nehme. Was dann aber auch schon zu einer peinlichen Situation geführt hat, weil ich auf den Rand einer Seite getippt habe und mich wunderte, dass nicht automatisch die nächste angezeigt wird. *lach* So kann es gehen!

Du bewegst dich bisher in drei verschiedenen Genres: Krimi, Poesie und Familiensaga. Was ging dir am leichtesten von der Hand? Was hat am meisten Spaß gemacht? 

KD: Ich denke, es war die Saga. Zwar habe ich immer gedacht, dass ich mich eines Tages auf Krimis festlege, bin mir da aber nicht mehr so sicher. Vielleicht, weil es auch nicht so einfach ist, eine große Portion Humor in einem Krimi zu platzieren. Und das sind nun mal die Szenen, die ich am liebsten schreibe. Da habe ich mich bei der schrägen Familie Prescott so richtig ausgetobt.
 
In welches Genre ordnest du deinen neuen Roman ein? 
KD: Ich kann es noch nicht sagen. Es geht um ein Verbrechen, aber da sind auch eine Frau und ein Mann, die trotz vieler Widrigkeiten zueinanderfinden. Wo ich den Schwerpunkt setzen werde, weiß ich noch nicht sicher, ich vermute aber, dass es die Liebesgeschichte sein wird.

Lässt du deine Geschichten nur an Orten spielen, die du auch persönlich kennst? 

KD: Nein, was manchmal gar nicht so einfach ist. So spielen ja viele Kapitel  der Prescott-Saga an der Ostküste der USA, wo ich leider noch nie war, aber unbedingt noch mal hin will. Indem ich über die Orte schreibe, habe ich mir diesen Traum schon ein kleines bisschen erfüllt. Aber natürlich muss man viel recherchieren, wenn man das so macht. Viele andere Orte aus meinen Büchern habe ich aber selbst schon mal oder auch mehrfach besucht, da fällt die Beschreibung natürlich leichter.

Kannst du während des Schreibprozesses eigentlich abschalten, oder begleiten deine Figuren dich in den "realen" Alltag? 
KD: Abschalten konnte ich nur bei den Gedichten, bei den Romanen ist mir das nie gelungen und gelingt mir auch aktuell nicht. Ich sitze sozusagen völlig drin in der Geschichte, träume sogar manchmal davon. Das wird erst besser, wenn das letzte Wort geschrieben ist. Ab und an ist das schon anstrengend, aber trotzdem würde ich das Schreiben nicht mehr missen wollen.



PRESCOTT-SAGA 
  
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SONSTIGE

      Gedichte                     Krimi
26699725 

Für mehr Informationen bitte auf den Link über dem jeweiligen Buch klicken. 


Vielen Dank an die Autorin Kate Dakota für die Beantwortung der Fragen und die Bereitstellung der Cover und des Autorenfotos.  

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