Montag, 5. Oktober 2015

[REZENSION] EINE PERFEKTE LÜGE VON LUCIE WHITEHOUSE

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Quelle: Berlin Verlag


Klappenbroschur
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2015

Seiten: 384
Preis: 14,99 €

ISBN:
978-3-8270-1270-8 
Verlag: Bloomsbury Berlin (Piper Verlag)  

Originaltitel: Before We Met (Aus dem Englischen, 2014)
Handlungsort: London



VERLAGSTEXT
Als Hannah an einem Tag im Sommer Mark begegnet, ist es um sie geschehen. Die beiden ziehen zusammen, heiraten, das vollkommene Glück. Doch als Mark nach einer Geschäftsreise plötzlich spurlos verschwunden ist, beschleicht Hannah ein ungutes Gefühl. Weshalb ist ihr Mann nicht zu erreichen? Warum sind all seine Papiere verschwunden? Wieso wurde ihr Konto geplündert? Und wer ist die Fremde, die dauernd anruft? Hannah beschließt zu handeln. Doch je mehr sie sich umhört und Fragen stellt, desto unklarer werden die Antworten. Gefangen in einem schier endlosen Labyrinth von Rätseln, wird ihr langsam klar, dass Mark keineswegs der Sunnyboy ist, für den sie ihn immer gehalten hat. Und bald hegt sie einen grauenhaften Verdacht.

COVERVERGLEICH

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Das Originalcover ist zwar sehr nett anzusehen, aber kein Vergleich zu unserem wunderschönen Cover. Findet ihr nicht auch?
Quelle Cover: goodreads


Zu Beginn der Geschichte ist Hannah 33 Jahre alt, überzeugter Single und arbeitet in der Werbebranche. Sie lebt in einer kleinen Wohnung in New York und ist sehr zufrieden mit ihrem Leben. Ihre Familie lebt in England. Während sie zu ihrem Bruder Tom und seiner Partnerin Lydia ein sehr gutes Verhältnis hat, ist die Beziehung zu ihrer Mutter schwierig. Hannah gibt ihr die Schuld, dass ihr Vater die Familie verlassen und sich mit einer anderen Frau ein neues Leben aufgebaut hat. Sie selbst möchte niemals so leben wie ihre Mutter und sich von einem Mann total abhängig machen - sie wäre niemals so naiv. Niemals?!

Dann lernt sie Mark kennen. Mark ist attraktiv, Ende 30/Anfang40, leitet seine eigene Firma, ist sehr ehrgeizig (erste Erfolge hatte er schon mit 23) und kommt ebenso wie Hannah ursprünglich aus England. Seine Eltern sind beide schon länger tot und über seinen Bruder möchte er partout nicht reden. Die beiden verlieben sich unsterblich ineinander und heiraten wenige Monate später. Aus beruflichen Gründen ziehen sie zurück  nach England und wohnen dort in einem sehr großen und sehr exklusiven Haus. Noch sind sie zu zweit, aber es werden schon Babypläne geschmiedet. Alles könnte perfekt sein, wenn Hannah nicht immer noch auf der Suche nach Arbeit und nicht völlig abhängig von Mark wäre. Sie hat zwar Vorstellungsgespräche, aber es hagelt Absagen. Ansonsten leben die beiden ihren Alltag - ganz normal, kein bißchen ungewöhnlich.

Bis Mark eines Tages nicht wie gewohnt aus dem Flugzeug steigt. Er war auf Geschäftsreise in den USA und wird sehnsüchtig von Hannah am Flughafen erwartet. Er war nicht im Flugzeug, ruft nicht an und reagiert nicht auf ihre Anrufe. Als er sich dann endlich meldet, hat er eine zufriedenstellende Erklärung: Sein Handy hat er im Taxi vergessen und Hannahs Nummer kennt er nicht auswendig. Doch in diesen ca. 48 Stunden des Wartens ist einiges passiert. Sein Geschäftspartner und seine Sekretärin wähnen die beiden in Rom und sind überrascht als Hannah sich bei ihnen meldet. Außerdem findet sie heraus, dass er das gemeinsame Haus mit einer weiteren Hypothek belastet und Hannahs Erspartes von ihrem Sparbuch abgehoben hat. 

Ist doch glasklar was Mark für einer ist?! Ist er nicht. Denn wie am Telefon verabredet taucht er zwar verspätet aber gesund und munter wieder auf. Im Gepäck: Für alles eine Erklärung!

Was Hannah zwischenzeitlich (während seiner Abwesenheit) über ihn und seine Familie herausgefunden hat, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren und endlich rückt ihr Ehemann mit der Wahrheit heraus.

Die Geschichte hat mir hauptsächlich wegen der vielen unerwarteten Wendungen  gefallen. Mark hat so viele kleine Lügen erzählt, dass es immer spannend war, wie Hannah sie Stück für Stück ans Tageslicht gezerrt hat. Aber er hatte für alles eine Erklärung und man weiß wirklich nicht, ob er nun gut oder böse ist. Seine Familie hat ein großes Geheimnis und dieses ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Am Ende gibt es einen großartigen Showdown und die Story bekommt ihre letzte "finale" Wendung.

Die Geschichte wird nur aus Hannahs Sicht und in der dritten Person erzählt. Zum besseren Verständnis hat die Autorin einige Rückblicke eingebaut. Hätte Hannah etwa schon vorher etwas merken müssen? Wie gut kann man jemanden nach so kurzer Zeit kennen? Mark ist sehr smart und hat innerhalb kürzester Zeit alle um den Finger gewickelt. Kann man sich so sehr in jemandem täuschen? 

Auch wenn Mark immer für alles eine Erklärung hatte, blieb Hannah hartnäckig. Der Gedanke "hier stimmt etwas ganz und gar nicht" hat sich wie ein Tumor in ihr festgesetzt. 

Fazit: Dieses Buch ist ein großartiger Psychothriller, auch wenn man Anfangs nicht wusste wo diese Geschichte hinführen soll - an dieser Stelle habe ich kurz überlegt das Buch zur Seite zu legen. Vor allem als Mark plötzlich und unerwartet wieder auftaucht und tatsächlich für alles eine plausible Erklärung hat. Man weiß wirklich nicht, ob man ihm trauen kann - denn seine Familiengeschichte ist wirklich "mörderisch" aber auch traurig. Mann kann seine Lügen irgendwie nachvollziehen, denn wer posaunt schon gerne solch eine Story heraus. Versprochen - es bleibt bis zum Ende richtig spannend. Nicht nur die Hauptprotagonistin Hannah, sondern auch die Nebenfiguren sind sehr symphatisch und authentisch. Jede Figur trägt ein kleines bißchen zur Wahrheit bei - es lohnt sich als beim Lesen "auf der Hut zu sein".


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Quelle: goodreads.com



DIE AUTORIN
Lucie Whitehouse ist 1975 in England geboren, studierte klassische Literatur an der Oxford University und lebt mittlerweile in New York. Dieser Psychothriller ist zwar ihr Debüt in Deutschland, aber insgesamt ihr dritter Roman.





1 Kommentar:

  1. Hey :)

    Dieses Buch ist ja auch so eines, um das ich schon eine Weile herumschleiche ^^. Interessieren würde es mich ja, aber die Meinungen sind so unterschiedlich, dass ich mich schwertue, einzuschätzen, ob ich es lesen will oder nicht ...

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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