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Montag, 17. August 2015

[REZENSION] BITTERSWEET VON MIRANDA BEVERLY-WHITTEMORE

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Quelle: Insel Verlag


Klappenbroschur
Erscheinungsdatum: 07. März 2015

Seiten: 418
Preis: 14,99 €

ISBN:
978-3-458-36070-4
Verlag: insel taschenbuch (Suhrkamp)

Originaltitel: Bittersweet 
(Aus dem Amerikanischen, 2014)  
Handlungsort: Winloch (fiktiv) in Vermont

VERLAGSTEXT
Ev Winslow ist reich, beliebt und wunderschön. Alles, was ihre College-Zimmergenossin Mabel nicht ist. Umso mehr freut sich Mabel, als Ev sie einlädt, den Sommer mit ihr in Bittersweet zu verbringen, ihrem eigenen Ferienhäuschen auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Mabel genießt die windzerzausten Segeltörns, das mitternächtliche Schwimmen, Sommerfeste unterm Sternenhimmel, an dem ein Feuerwerk strahlt. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, hat sie alles, wovon sie je geträumt hat: Freunde, die erste Liebe, und zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dazuzugehören. Doch auf die ungetrübten, flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht, und sie entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will – oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden.  




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Quelle: Insel Verlag


Das deutsche Cover hat etwas sehr geheimnisvolles und herrschaftliches. 
Die Farben sind toll gewählt und es passt perfekt zum Inhalt.






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Im Original hat man die Auswahl. Mein absoluter Favorit ist Cover Nr. 1. Ich liebe die Farben und es hat etwas sehr arrogantes - somit passt es perfekt zur Familie Winslow.
Quelle Cover: goodreads.com 

Ich hatte eine unheimlich hohe Erwartung an diesen Schmöker - die er leider nicht im mindestens erfüllen konnte. Von einem Pageturner ist dieses Buch sehr weit entfernt. Natürlich habe ich es zu Ende gelesen und natürlich trieb mich auch die Frage um: Was stimmt mit der Familie Winslow nicht - was ist ihr großes Geheimnis? Diese Frage "peitschte" mich quasi durch das eher langweilige Geschehen.
Dann endlich, gegen Ende, wurde es richtig spannend. Die Leserin (ich) wurde für ihr Durchhaltevermögen reichlich belohnt und war am Ende froh, es bis zum "bitteren Ende" durchgehalten zu haben. 

"Bittersweet ist ein Ferienhäuschen auf dem 
Landsitz der Familie Winslow in Winloch (Vermont)."

Die Familie Winslow ist unheimlich groß, unheimlich reich, unheimlich blond und sie besitzen reichlich "Ferienhäuschen", in denen sie in den Sommermonaten unterschlüpfen. 

Mabel dagegen ist ein einfaches Mädchen, aus einfachen Verhältnissen und durchschnittlichem Aussehen. Der einzige Glanzpunkt in ihrem Leben ist ihre Mitbewohnerin auf dem College, Genevra (Ev) Winslow, der Spross einer glanzvollen und sehr reichen Familie. Diese ignoriert Mabel so gut es eben möglich ist und ist nicht minder verwundert, als ihre Eltern Mabel auf den Landsitz nach Winloch (Vermont) einladen, um den Sommer mit ihnen zu verbringen. Nach dem ersten Schreck freunden sich die beiden an und einem unbeschwerten Aufenthalt in Winloch dürfte nun nichts mehr im Wege stehen. 

Die eigentliche Geschichte beginnt im Juni, als die Mädchen in Vermont ankommen und das etwas heruntergekommene Ferienhäuschen "Bittersweet" beziehen. In sehr kurzen Kapiteln - alle mit einer Überschrift versehen, die die Geschichte sehr gut ergänzen - erzählt Mabel die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Obwohl ich Geschichten in "Ich-Form" am liebsten lese, wurde ich mit Mabel nicht richtig warm und vor allem habe ich überhaupt nicht verstanden, warum sie unbedingt zu dieser bösartigen und hinterlistigen Familie gehören will. Im Nachhinein gesehen liegt es wohl an dem schlechten Verhältnis, dass sie zu ihren eigenen Eltern hat. Was aber im Grunde ihre eigene Schuld ist, denn auch Mabel hat ein Geheimnis, dass unter keinen Umständen ans Licht kommen darf. Aber zumindest erklärt es ihre Bessessenheit in Bezug auf die Winslows.

Mabel und Ev verbringen ihre Semesterferien auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Dort stehen viele Ferienhäuser und im Laufe des Sommers trudeln nach und nach alle Familienmitglieder ein und verbringen dort einige unbeschwerte Wochen. Nur wenige sind in die schrecklichen Geheimnisse der Familie eingeweiht und kommen mehr oder weniger gut damit klar. Evs etwas verschrobene Tante tut sich schwer mit ihrem Wissen und zieht die unbeteiligte Mabel ins Vertrauen. Diese soll die Geheimnisse aufdecken und die Familie zu Fall bringen. Im Gegenzug bekommt sie das Ferienhaus und somit einen Platz auf Ewig in der Familie. Mabel ist irritiert aber auch neugierig und macht sich an die "Arbeit". Sie studiert Akten auf dem Dachboden und versuchte ein Tagebuch zu entschlüsseln, dass ihr Evs Tante anvertraut hat. Neben ihrer Tätigkeit als Hobbydetektivin lernt sie noch Evs attraktiven älteren Bruder Galway kennen und freundet sich mit der jüngeren Schwester Lu an. Ev selbst hat kaum noch Zeit für sie, da sie einer heimlichen Liebschaft mit dem Arbeiter John nachgeht. Nach und nach wird es unheimlich in Winloch, denn Mabel weiß nicht wem sie noch trauen kann und sie spürt das Mißtrauen der Familienmitglieder. Als sie eines der Geheimnisse endlich gelöst hat, lernt sie auf die harte Tour, dass manche Dinge am besten unter Verschluss bleiben und die Wahrheit nicht immer frei macht. 
"Die Wahrheit zu suchen ist ein nobles Ziel. Doch wenn man sie anstrebt, muss man sich als Erstes darüber im Klaren sein, was die Wahrheit bedeutet. Die Wahrheit ist weder gut noch schlecht. Sie steht über Gut und Böse. Über der Moral. Wahrheit ist Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger." 
Doch Mabel hat diesen Weg eingeschlagen und geht in auch zu Ende - alle Geheimnisse werden aufgedeckt, einschließlich ihr eigenes und dass ihrer Eltern. 

Fazit: Das Buch war stellenweise wirklich extrem langweilig und ich habe es oft zur Seite gelegt. Allerdings hat mich die Neugier weiterlesen lassen und am Ende konnte mir die Geschichte tatsächlich den Puls in die Höhe treiben. Dennoch hätte man die Geschichte locker um die Hälfte kürzen können. Es gibt allerdings wirklich schlechtere Bücher und ich habe es immerhin zu Ende gelesen, also konnte es mich auf  irgendeine Weise zumindest zeitweise fesseln. Stellenweise waren mir die Personen zu oberflächlich - die Autorin hat einfach zuviel ins Leere erzählt, anstatt den Protagonisten ein "Gesicht" zu geben. Zusammenfassend ist es ein netter Schmöker in einer schönen Verpackung und einer guten Idee dahinter. Am Ende nimmt es rasant an Fahrt auf und man fiebert der Auflösung regelrecht entgegen. Toll wäre gewesen, wenn es im Buch einen Stammbaum der Familie Winslow gegeben hätte, denn es kommen schon ziemlich viele Personen in der Geschichte vor. Der Epilog am Ende (ein Jahr später) war mir schon wieder zu weichgespült, aber irgendwie passt es zu Mabel.

Besonders toll fand ich die Beschreibungen des fiktiven "Winloch" in Vermont, denn sie machen richtig Lust auf einen Ausflug ans Meer. Die Winslows verbringen ihre Tage am Wasser, machen Segeltörns, Lagerfeuer am Strand und feiern unter klarem Sternenhimmel. Ihre Häuser sind nicht nur traumhaft schön und direkt am Meer gelegen, sie haben sogar eigene Buchten ... Mehr Urlaubsfeeling, Strand und strahlender Sonneschein geht nicht - wären da nicht die dunklen Geheimnisse der Familie...  


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Quelle: goodreads.com


DIE AUTORIN
Miranda Beverly-Whittemore ist 1976 in Los Angeles geboren und hat am Vassar College (New York) studiert. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. "Bittersweet" spielt in Vermont, denn dort hat sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht - was ihr als Inspiration für diesen Spannungsroman diente. Heute lebt sie mir ihrer Familie in Brooklyn. 







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