Mittwoch, 26. August 2015

[REZENSION] BEWEGTE BIS STÜRMISCHE SEE VON SOPHIE BASSIGNAC


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Quelle: Hoffmann und Campe Verlag
Klappenbroschur
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2015
Seiten: 208
Preis: 12,99 €

ISBN:
978-3-455-65000-6
Verlag: Atlantik (Hoffmann und Campe Verlag)

Originaltitel: Mer agitée à très agitée
(Aus dem Franzöischen, 2014)  
Handlungsort: Bretagne


VERLAGSTEXT
Ein Bed & Breakfast in der Bretagne. Hierher haben sich Maryline und William - sie Ex-Modell, er Ex-Rockstar - nach wilden Jahren in New York zurückgezogen. Doch mit dem beschaulichen Leben ist es vorbei, als eines schönen Morgens die Leiche einer jungen Frau am Strand liegt. Direkt vor ihrer Haustür! Und mitten in der Hochsaison! Schlimm genug, dass die Polizei unangenehme Fragen stellt, aber hätte denn unbedingt Inspecteur Simon Schwartz, Marylines Jugendliebe, die Ermittlungen leiten müssen? Liebeswirrungen, die Suche nach dem Mörder - bald ist in dem verschlafenen Küstenort nichts mehr, wie es war.  


COVERVERGLEICH
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Beide Cover passen gut zum Inhalt. Allerdings gefällt mir das deutsche Cover einen Hauch besser. Es ist einfach romantischer und macht richtig Lust auf Urlaub.  


Gleich vornweg - es handelt sich hier nicht um einen "Bretagne-Krimi". Dem Irrglauben bin ich aufgesessen und war am Ende ein wenig enttäuscht. Das Buch hat zahlreiche spannende Momente und sogar ein paar Leichen, aber dennoch fehlen ihm die wichtigsten Krimielemente.

Der Schreibstil der französischen Autorin ist gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr fesselnd. Da ich meistens amerikanische oder englische Autoren lese, musste ich mich regelrecht umgewöhnen. Doch während des Lesens entwickelte sich eine Sogwirkung, der ich mich schlecht entziehen konnte. Denn Sophie Bassignac ist sehr direkt in ihren Aussagen und schreckt auch vor markarberen Szenen und verschrobenen Gestalten nicht zurück. 

Maryline ist 40 und war ein Topmodel in New York. Dort hat sie auch ihren Mann William kennengelernt - einen ehemaligen Rockstar. Wie es sich für einen richtigen Rockstar gehört, ist er total kaputt - Drogen und Alkohol haben ihm den Rest gegeben. Die beiden haben eine pubertierende Tochter, die zum Leidwesen ihrer Mutter viel zu kurze und enge Sachen trägt, "...und dass mit ihrer Figur". Aber Georgia würde alles tun um ihre schöne Mutter zu provozieren. William und Maryline haben sich aus dem Showbiz zurückgezogen und in Marylines Elternhaus in der Bretagne das Bed & Breakfast "Ker Annette" eröffnet. Doch auch in Frankreich leben sie eher unkonventionell und ziehen die Touristen magisch an. William hat sehr seltsame Freunde, mit denen sie sich nur schwer abfinden kann. Aber im Grunde führen sie nun ein einfaches und im Gegensatz zu früher, sehr ruhiges Leben. Den Strand direkt vor der Tür, genug Geld um sich nie wieder Sorgen machen zu müssen - und dennoch brodelt es unter der Oberfläche. Dann, eines schönen Morgens, wird an ihrem Strand die Leiche einer jungen Frau gefunden. Dann der nächste Schock: William und seine Freunde waren die letzten die sie lebend gesehen haben.

Was den beiden natürlich die Polizei ins Haus spült. Ausgerechnet Inspecteur Simon, den ehemaligen festen Freund von Maryline. Dieser hat ihr plötzliches Verschwinden (nach New York) nie verkraftet und versucht nun mit aller Gewalt ihrem Mann etwas anzuhängen. Dabei könnte es auch einer seiner komischen Freunde gewesen sein oder der Junge des Nachbarn, der ständig mit dem Fernglas die Leute beobachtet. Oder der Fremde am Strand, der überall da auftaucht, wo auch Maryline ist. Über zu wenig "falsche Fährten" kann man sich in diesem Spannungsroman nicht beklagen. Doch war es überhaupt Fremdverschulden, denn immerhin war die Frau völlig betrunken? Vielleicht hat sie einfach die Gefahr des nächtlichen Badens unterschätzt?

Das Auftauchen von Inspecteur Simon lässt Maryline nicht kalt, die alte Leidenschaft kocht wieder hoch und nun kommt zu der sowieso verfahrenen Sitution noch eine Affäre hinzu. Maryline kämpft an vielen Fronten, denn sie hat im Gefühl, dass ihr Mann etwas vor ihr verbirgt. Damit hat sie recht, aber es könnte sich dabei auch um Drogen handeln - oder er hat tatsächlich etwas mit dem Tod der jungen Frau zu tun. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und befindet sich plötzlich in den Händen eines sehr gefährlichen Mannes.

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, kann man diese Geschichte in keine Schublade stecken, dafür ist sie zu vielschichtig - wie das wahre Leben eben. 

Fazit: Ein Roman - den man entweder mag oder nicht. Ich mochte ihn, gerade weil er so besonders ist. Er war nicht ganz so leicht hinunterzuschlingen wie ich es gewohnt bin, dafür ist die Sprache der Autorin einfach zu komplex. Die Geschichte ist sehr charmant geschrieben und am Ende wird zwar das Rätsel um den Tod der jungen Frau gelöst, aber in Bezug auf das restliche Leben der Protagonisten lässt Sophie Bassignac dem Leser genug Raum für eigene Gedanken. Wer weiß schon, was das Leben nach dem "Happy-End" noch für Überraschungen parat hat?! Mit ihren anschaulichen Beschreibungen hat mich Sophie Bassignac an die bretonische Atlantikküste gezaubert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!



DIE AUTORIN
Sophie Bassignac ist 1960 in Dieppe geboren und lebt heute in Paris. 



WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN

            2013
http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Bassignac_SVielleicht_ist_es_Liebe_131554.jpg
Quelle: Random House

VERLAGSTEXT
Wer ist Alice wirklich? Die liebevolle Ehefrau und Mutter? Die schusselige Museumsführerin im Louvre? Oder die eifersüchtige Furie, die die vermeintliche Geliebte ihres Mannes kidnappt? Inspektor Picasso, der diesen Vorfall daraufhin untersucht, verfällt immer mehr der mysteriösen Aura dieser Frau. Er folgt ihr sogar zur Beerdigung ihrer Mutter, wo er Alice nicht nur näher, sondern auch dem dunklen Geheimnis in ihrer Vergangenheit auf die Spur kommt, das ihrer Liebe im Weg steht.




           2014

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Bassignac_SDie_gepflegten_Neurosen_der_142286.jpg
Quelle: Random House
VERLAGSTEXT
Als die Pariserin Claire in ihre neue Wohnung zieht, stellt sie mit Entzücken fest, dass sie durch den Innenhof all ihren Nachbarn in die Wohnung blicken kann. Für die exzentrische und chronisch gelangweilte junge Frau – die sich ihre Freizeit sonst mit dem Auflisten seltener Krankheiten oder therapeutischem Sex mit ihrem Osteopathen vertreibt – ist es eine willkommene Abwechslung, ihre Nachbarn auszuspionieren.  Doch dann zieht gegenüber der geheimnisvolle Japaner Monsieur Ishida ein, dessen Verhalten Claire Rätsel aufgibt und sie gleichzeitig fasziniert.

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