Meine Rezensionen

Freitag, 8. Mai 2015

[REZENSION] 17 BRIEFE ODER DER TAG, AN DEM ICH VERSCHWINDEN WOLLTE VON KAROLIN KOLBE


Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag


Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2015
Seiten: 192
Preis: 9,99 €
 
ISBN:
978-3-522-50452-2
Verlag: Planet Girl (Thienemann Esslinger) 

Altersempfehlung: ab 12 Jahren



VERLAGSTEXT
Jetzt hat sich Line entschieden – morgen ist der Tag, an dem sie verschwinden wird! Raus aus ihrem alten Leben, weg von den Problemen mit ihrem Vater! Noch einen letzten Brief verfasst sie und versteckt ihn am Flussufer. Dass dieser Brief gefunden wird, daran hätte Line niemals geglaubt. Doch der Finder schreibt ihr zurück, berührt von ihren Worten. Es entwickelt sich eine zarte Brieffreundschaft – und nie hätte Line gedacht, wer sich hinter dahinter verbirgt.


Ich finde das Cover wunderschön. Auch die Idee, den Titel auf "Notizzettel" zu schreiben, passt wunderbar zum Inhalt. Denn in diesem Buch geht es um eine Brieffreundschaft der besonderen Art. 

Es geht um zwei junge Menschen (16+ Jahre), die es beide nicht einfach haben im Leben. Bei Line sind die Schwierigkeiten ganz offensichtlich: in der Schule gehänselt und daheim von ihrem Vater drangsaliert, während ihre Mutter wehrlos daneben steht. Ihr einziger Trost sind ihre Bücher, da sie keine Freunde hat. Sie sind ihr eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Als sie es nicht mehr aushält, beschließt sie abzuhauen. Bevor sie ihre Koffer packt, versteckt sie noch einen Brief unter einem Stein und überlässt es dem Schicksal, ob sie zurückrudert oder tatsächlich abhaut. 

Wie es der Zufall so will, wird der Brief ausgerechnet von jemandem entdeckt, der scheinbar alles hat. Aber nur nach außen. Anton ist einer der beliebten sportlichen Jungs, hat eine schöne Freundin und muss sich um Geld keine Gedanken machen. Die schlimmen Familienverhältnisse bekommt keiner mit und darüber reden möchte er mit seinen oberflächlichen Freunden auch nicht. 

Als er den Brief findet und darauf antwortet, entsteht eine besondere Verbindung zwischen den beiden Schülern. In 17 Briefen und 17 Tagen ändert sich das Leben der beiden drastisch. Außerdem sind sie sich nicht unbekannt und als sie sich das erste Mal begegnen, könnten sie kaum überraschter sein.

Toll fand ich an der Geschichte, dass auch nach dem Happy-End beide ihre Konsequenzen gezogen haben. Denn auch wenn man verliebt ist, ändern sich die Personen um einen herum nicht. Die beiden stellen sich ihren Problemen, die sie dank der Briefe mit klarem Kopf angehen können. 

Während der Leser von Anfang an über den "geheimnisvollen" Briefeschreiber im Bilde ist, tappt die Protagonistin bis ganz zum Schluss im Dunkeln. Die Geschichte wird aus der Sicht beider Schüler geschrieben - in der dritten Person. Da sie in der selben Schule sind, begegnen sie sich ständig. Konflikte sind dadurch vorprogrammiert, denn Line ist in der Schule alles andere als beliebt, während er das beliebteste Mädchen dated. 

Fazit: Ich hatte das Buch an einem Nachmittag durch und es hat mich ziemlich berührt. Manchmal vergisst man, wie schwer es sein kann, nicht mehr richtig Kind aber auch nicht richtig erwachsen zu sein. In diesem Fall haben es die Protagonisten durch ihre Probleme zuhause auch noch besonders schwer. Ich kann euch das Buch nur empfehlen - sozusagen als kleines Schmankerl für Zwischendurch oder als Mitbringsel. Außerdem ist es ein echter Hingucker im Bücherregal.

Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag





DIE AUTORIN 
Karolin Kolbe ist 1993 in Kassel geboren, hat 2013 ihr Abitur gemacht und war Mitglied der Schülerzeitung. Neben der Schule hat sie bei der lokalen Tageszeitung gearbeitet. Momentan studiert sie in Berlin Filmwissenschaft und Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft.






INSTAGRAM
Ihr findet mich auch auf Instagram
unter frau_bub_liest


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen