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Donnerstag, 8. Januar 2015

DIE ANDERE FRAU VON TAMAR COHEN

Buchdeckel „Die andere Frau“



Taschenbuchausgabe
Erscheinungsdatum: 01. März 2014
Seiten: 464
Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3-499-26695-9
Verlag: Rowohlt
Originaltitel: The War of the Wives (aus d. Engl., 2012)




VERLAGSTEXT
Mitten in der Nacht klingelt es an Selinas Tür. Die Nachricht, die ihr die Polizei überbringt, ist schrecklich: Die Leiche ihres Mannes wurde in der Themse gefunden. Seltsam, denn eigentlich sollte Simon beruflich im Ausland sein. Auf der Beerdigung steht plötzlich eine fremde Frau vor ihr. Lottie behauptet, ebenfalls mit Simon verheiratet gewesen zu sein. Die Enthüllung erschüttert zwei Familien. Und beide Frauen müssen sich denselben Fragen stellen: Wie konnte er mich all die Jahre belügen? Und warum musste Simon sterben?

Was ist Wahrheit?
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Beide Protagonistinnen waren mir ziemlich unsymphatisch. Selina ist über 50 und schon sehr lange mit Simon verheiratet. Die beiden haben drei gemeinsame Kinder. Sie ist sehr eingebildet und oberflächlich. Selbst nachdem ihre Kinder quasi erwachsen sind, widmet sie sich weiterhin ihren Verpflichtungen in sämtlichen Clubs als "Grande Dame". Von Geldsorgen möchte sie nichts wissen, selbst als Simon das Wasser bis zum Hals steht, macht sie keinen Finger krumm. Lottie dagegen ist einfach nur naiv. Sie ist 38, ebenfalls mit jenem Simon verheiratet und sie haben eine gemeinsame Tochter. In seinem zweiten Haushalt sitzt das Geld schon lange nicht mehr so locker. Die beiden leben am Existenzminimum und Lottie muss trotz Kind und Haushalt Vollzeit arbeiten gehen. Da prallen Welten aufeinander. Simon hat sein Doppelleben gut verheimlicht und erst nach seinem Tod treffen die beiden aufeinander. Ab hier hat mich der Roman ziemlich gefesselt, zwar fand ich die Charaktere weiterhin ziemlich nervig (Lottie) und hochnäsig (Selina), aber die Geschichte war total interessant. Während Lottie immer noch nicht glauben kann, das Simon ihr so etwas angetan hat und ungläubig den Reichtum ihrer Widersacherin bestaunt, weiß Selina kaum wohin mit ihrer Wut. Die Geschichte wird in Teilen erzählt: 
Teil 1: Verleugnung  
Teil 2: Wut
Teil 3: Feilschen 
Teil 4: Depression 
Teil 5: Akzeptanz
Die Frauen erzählen immer abwechselnd in Ich-Form. Die Gefühle und Gedanken der beiden wurden von der Autorin sehr intensiv beschrieben, man konnte sich sehr gut in sie hineindenken. Manchmal war die Geschichte etwas wirr, da ziemlich viel passiert und nicht alles zwangsläufig miteinander zusammenhängt. Selina erhält anonyme Nachrichten, Hinweise auf kriminelle Aktivitäten ihres Mannes, Spam-Mails und seltsame Anrufe, außerdem wird ihr Haus verwüstet. Auch Lottie kommt nicht zur Ruhe, sie hat ständig das Gefühl verfolgt zu werden. Alles klärt sich am (überraschenden) Ende und die Spannung wird konstant hoch gehalten. Die Geschichte ist eine Mischung aus Familienroman und Psychothriller. Denn der Verdacht verhärtet sich, dass Simon nicht aus eigenen Stücken sein Leben beendet hat ...



Fazit: 4 von 5


DIE AUTORIN
Tamar Cohen arbeitet als Journalistin und lebt mit ihrem Partner und den drei Kindern in London.

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