Donnerstag, 26. Juni 2014

ES WIRD KEINE HELDEN GEBEN VON ANNA SEIDL

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Quelle: Oetinger Verlag
 

Verlagstext:
Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Ich habe das Buch an einem Tag gelesen. Wie gebannt habe ich Seite um Seite verschlungen. Es hat mich aufgewühlt und zum Weinen gebracht. Die Autorin war gerade mal 16 Jahre alt, als sie diese Geschichte verfasst hat.
 
Die fünfzehnjährige Miriam führt ein ganz normales Teenagerleben. Sie hat einen Freund, Freundinnen und wächst bei ihrem Vater auf. Ihre Mutter hat sich schon vor einiger Zeit aus dem Staub gemacht. Es sollte eigentlich ein ganz normaler Tag werden, doch mitten im Schulalltag fallen plötzlich Schüsse... Die Geschichte ist in Ich-Form geschrieben und es geht hauptsächlich um das DANACH. Ab und zu gibt es ein paar Einblicke in ihr Leben aus der Zeit DAVOR. Was für ein Leben hat Miriam vor dem Amoklauf geführt, was hatte sie für einen Charakter?

Im DANACH hat Miriam einige Schiksalsschläge zu bewältigen. Ihr Freund hat den Amoklauf nicht überlebt, ihre Freundinnen ziehen sich zurück und eine davon wird mit dieser Tat überhaupt nicht fertig. Sie selbst wäre so gern eine Heldin gewesen, doch im entscheidenden Moment hat sie nur an sich selbst gedacht. Wie wird ein so junges Mädchen mit solch einem Schicksal fertig? Kann es überhaupt ein Leben danach geben? 

Gleich auf der ersten Seite stellt die Autorin einen Satz in dem Raum, der mich gedanklich bis zum Ende des Buches beschäftigt hat:
"Ist es die gerechte Strafe für das, was wir getan haben?" 
Was haben Miriam und ihre Freunde getan? Warum hatte ihre beste Freundin so schlimme Schuldgefühle, dass sie damit nicht mehr fertig wurde?

Das Buch hatte ein sehr mutiges und überraschendes Ende. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, obwohl es keine leichte Kost ist. Taschentücher sollten bereit liegen...

Das Buch ist 2014 im Oetiner Verlag erschienen.

Die Autorin:
Anna Seidl ist 1995 geboren und lebt in der Nähe von Frankfurt. 

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