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Sonntag, 9. März 2014

MESSY LIVES - FÜR EIN UNAUFGERÄUMTES LEBEN VON KATIE ROIPHE

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Quelle: Ullstein Buchverlage

VERLAGSTEXT
Wir meiden Weißmehlprodukte und raffinierten Zucker, gehen zum Yoga, und wenn es in der Beziehung nicht läuft, machen wir eine Paartherapie. Wir haben klare Ansichten, was richtig und was falsch ist, und danach handeln wir. Dennoch sind wir fasziniert von TV-Serien wie „Mad Men“ und dem ungesunden, in jeder Hinsicht unaufgeräumten Lebensstil, der dort zelebriert wird. Woher rührt diese Sehnsucht nach dem unaufgeräumten Leben, und was sagt sie über uns und unsere Zeit aus? Katie Roiphe gilt als eine der scharfsinnigsten und zugleich kontroversesten jungen Feministinnen der USA. In ihrem neuen, von der Kritik gefeierten Essayband schreibt sie über Politik und Popkultur, über Scheidungen und Helikoptereltern, über Facebook und Susan Sontag. Ihre Beobachtungen sind genau, ihre Schlussfolgerungen provokant, häufig überraschend und immer brillant formuliert.


Ich mag Katie Roiphe. Es war aber Liebe auf den zweiten Blick. Sie ist ein Mensch, der sich viele Gedanken um so ziemlich alles macht. Dinge die ich nicht mag, meide ich einfach. Ich bin weder bei Facebook noch Twitter, ich poste keine persönlichen Bilder - nur Hundi muss dran glauben. Andere sollen machen was sie wollen und vor allem Leben wie sie wollen. Katie ist alleinerziehend, mit zwei Kindern von zwei Männern, muss sich oft mit dummen Sprüchen und noch dümmeren Ratschlägen herumschlagen. Sie hasst wenn man die Bilder seiner Kinder auf Facebook postet und Partner sich aneinander binden, wenn sie sich gar nicht mehr lieben. Sie ist für ein "unaufgeräumtes Leben". In manchmal sehr kurzen und dann wieder längeren Geschichten, Kolumnen, Essays etc. hebt sie die "normale" Weltanschauung aus den Angeln. Hier könnt ihr einen Blick ins Buch werfen. Ich habe auch etwas über mich herausgefunden: Ich bin zwar nicht frei von Vorurteilen, habe aber ziemlich wenige. Ich sehe mich auch nicht unbedingt in der Position über andere zu urteilen. Katie dagegen urteilt kräftig über andere, obwohl sie sich gleichzeitig darüber beschwert, dass man über sie urteilt. Somit wären wir beim negativen Teil des Buches.  
Fazit: Im Grunde hat mir das Buch richtig gut gefallen, aber wenn man genauer hinschaut, ist Katie auch nicht anders als andere. Sie lebt ihr Leben, wie sie es für richtig hält und irgendwie versuchen wir doch alle unsere eigene Meinung bei anderen durchzusetzen ... 

Wie Katie so schön in ihrem Buch zitiert: "Man hat nur ein Leben - wenn überhaupt."

DIE AUTORIN
Katie Roiphe ist 1968 in New York City geboren. Sie ist die Tochter einer feministischen Autorin und eines Psychoanalytikers. Sie schrieb u. a. Essays und Rezensionen für die Vogue und die The New York Times. Sie war verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.

Die amerikansiche Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel "In Praise of Messy Lives". Die deutsche Ausgabe erschien 2013 bei Ullstein Buchverlage.

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